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Bitte (noch) nicht stornieren…

Liebe ehren- und hauptamtlich Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit in EC und CVJM,

Die Corona-Pandemie trifft uns hart in vielfältiger Weise in diesen Wochen und sie verändert auch unsere Kinder- und Jugendarbeit.

Wir wenden uns heute gemeinsam mit einem besonderen Anliegen an Euch:

Viele prüfen derzeit, wann sie Freizeiten, Lager, Camps, Reisen für den Sommer absagen. Die Sorge vor zu hohen Stornokosten etc. ist berechtigt. Wir wissen alle um die angespannte finanzielle Situation gerade auch in der Kinder- und Jugendarbeit. Da ist es umso wichtiger, verantwortlich zu handeln. Wir danken Euch, dass Ihr so um- und weitsichtig denkt.

Unsere Bitte ist, dass ihr gründlich prüft, ob Absagen zum jetzigen Zeitpunkt unabdingbar sind.

Wie wunderbar wäre es doch, spätestens im Sommer wieder eine gewisse Normalität zu erleben, mit jungen Menschen Glauben zu teilen, sie zu ermutigen und zu befähigen, sie zu einem Leben in der Nachfolge Jesu einzuladen oder darin zu stärken. Wie toll ist dieser Hoffnungsschimmer am Horizont. Nachdem Kinder und Jugendliche sich in diesen Wochen nicht mit Gleichaltrigen treffen können, ist es doch besonders wichtig, ihnen diese Perspektive nicht auch schon jetzt für den Sommer zu nehmen. Und wir alle wissen darum, wie bedeutend, wirksam und nachhaltig Freizeiten sind.

Wir haben Sorge, dass durch Absagen für Angebote im Sommer Signale gesendet werden, die Corona-Krise nähme überhaupt kein Ende.

Uns ist bewusst, dass es viele Dinge abzuwägen gilt und es zahlreiche gute Argumente gibt, jetzt „auf Nummer sicher“ zu gehen. Unsere Bitte: Prüft, wie hoch sind Stornokosten für Häuser, Zeltplätze, Busunternehmen etc. Wie wirken sich veränderte Vorlesungszeiten auf die Zusammenstellung von Mitarbeitendenteams aus. Wollen Eltern ihre Kinder im Sommer überhaupt auf Freizeiten schicken u.v.m.?

Bitte verhandelt mit den „Gastgebern“ kulante Stornobedingungen, z.B. in dem Ihr bittet, die jetzigen Stornogebühren einzufrieren, bereitet Eure Maßnahmen so vor, dass sie im Sommer stattfinden könnt, schreibt die Eltern der bisher angemeldeten Teilnehmerinnen und Teilnehmer an, sich nicht abzumelden etc. Solidarität ist eines der besonderen Worte in dieser Zeit. Wir nehmen auch wahr, dass auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene viele Hebel in Bewegung gesetzt werden, um unser finanzielles Risiko und bereits entstandenen Verluste abzufedern. Der DBJR (Deutscher Bundesjugendring) hat ein eindrückliches Papier zu erstellt (www.dbjr.de/artikel/gemeinsame-herausforderungen-der-kinder-und-jugendarbeit-in-krisenzeiten/)

Wir wichtig uns dieses Anliegen ist, zeigt sich auch darin, dass EC und CVJM an dieser Stelle (wie an vielen anderen auch) gemeinsame Sache machen.

Es ist großartig, wie Ihr in dieser besonderen Zeit auf kreativen, neuen oder noch wenig vertrauten Wegen so viel wagt, gestaltet, ausprobiert, miteinander teilt, um Kindern und Jugendlichen von Gottes Liebe weiterzusagen, ihren Alltag positiv mitzugestalten etc. Das alles ist sehr ermutigend.

Der Gott, bei dem wir Ermutigung finden, Er ermutigt uns in all unserer Not. Und so können auch wir anderen Menschen in ihrer Not Mut machen. Wir selbst haben ja ebenso durch Gott Ermutigung erfahren.“ (2Kor 1,4 BB)

Herzliche Grüße

Klaus Göttler (Generalsekretär Deutscher EC-Verband),
Hansjörg Kopp (Generalsekretär CVJM Deutschland)